Was
ist Aikido?
Ganz einfach dargestellt ist Aikido eine japanische Kampfsportart, oder
besser ausgedrückt eine Kampfkunst, mit einem anspruchsvollen geistigen
Hintergrund, die seit Mitte der sechziger Jahre auch in Deutschland ständig
neue Anhänger findet. Obwohl Aikido in seiner praktischen Anwendung
eine Form der Selbstverteidigung darstellt, ist die philosophische Basis
die Idee der Harmonie mit dem Gegner. Das Ideal liegt nicht im Sieg über
den Angreifer, sondern darin, ihn so zu beeinflussen, daß er die
feindliche Einstellung aufgibt. Aggressive Angriffsenergien werden so gelenkt,
daß eine Neutralisierung erfolgt.
Allgemeine Grundlagen des Aikidos
Das Studium des Aikidos bedeutet einen langen Weg (jap. Do) des Lernens
und Übens. Denn obwohl die Techniken leicht und spielerisch aussehen,
kommt erst nach mehrjährigem Training ihre volle Wirksamkeit zur Geltung.
Im Laufe des Lernens gelingt es dem Übenden, auch das Potential seiner
geistigen Kräfte (jap. Ki) zu aktivieren und sie in Harmonie (jap.
Ai) mit den körperlichen Fähigkeiten zu bringen. Aikido versteht
sich somit als eine klassische japanische Kampfkunst, als ein Weg körperlicher
und geistiger Schulung.
Für einen Schnellkursus in Selbstverteidigung ist das von Morihei
Ueshiba als eine geistige und technische Synthese verschiedener Kampfkünste
entwickelte Aikido nicht geeignet. Beim Aikido handelt es sich sozusagen
um ein Langzeitprogramm. Aikidotechniken und die Bewegungsstrategie müssen
im wahrsten Sinne "in Fleisch und Blut" übergehen. Dies erfordert
Zeit und Ausdauer. Im Laufe der Zeit lernt der Übende den Umgang mit
seinen körperlichen Fähigkeiten und erkennt auch die Grenzen,
die seinem Körper gesetzt sind. Parallel zu diesem Prozeß entwickeln
sich auch die überwiegend im Unterbewußtsein ruhenden geistigen
Kräfte. Erst die Vereinigung dieser zwei Komponenten ermöglicht
unter Einsatz entsprechender Techniken eine elegante, harmonische Bewegung,
mit der es möglich ist, einen Angreifer so zu lenken, daß die
Kraft des Angriffes sich gegen ihn selbst kehrt. Hierbei ist es wichtig,
die Angriffsbewegung bereits im Ansatz zu erkennen.
Bei den Aikidotechniken handelt es sich überwiegend um kreis- oder
spiralförmige Bewegungen. Die Bewegung des Angreifers wird mit der
eigenen vereinigt. Zur Kontrolle werden verschiedene Hebel und Gelenkgriffe
eingesetzt. Im Aikido gibt es nur 5 grundlegende Haltetechniken. Eine charakteristische
Eigenart dieser Techniken ist das Kontrollieren des Partners in der Art,
daß sein Bauch Richtung Boden weist. Diese Haltetechniken sind nicht
darauf angelegt dem Partner Schmerzen zuzufügen, sondern seinen Körper
bewegungsunfähig und kraftlos zu machen.
Die Grundelemente des Aikidos liegen im Schwertkampf und in der alten
japanischen Verteidigungskunst "Daito-Ryu Aiki Jujutsu", die über
Jahrhunderte nur innerhalb eines ausgewählten Personenkreises weitergegeben
wurde. Die vom Schwert abgeleiteten Techniken nehmen auch heute noch einen
großen Stellenwert im Aikido ein. So ist es nicht verwunderlich,
daß im fortgeschrittenen Stadium des Lernens neben den Körpertechniken
auch Stock- und Schwerttechniken sowie deren Kombination miteinander hinzukommen.
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Literaturhinweis
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| Aikido ist nicht durch das Studium von Büchern erlernbar. Wer
sich aber über den Inhalt dieser kurzen Beschreibung hinausgehend
über das Wesen des Aikidos informieren möchte, empfehlen wir
das Buch "Aikido. Die elegante Bewegungskunst" von André Kraus und Winfried
Wagner, unter ISBN 3-328-00824-1 im Sportverlag Berlin erschienen. |
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